„Das schlägt mir auf den Magen“ ist einer dieser Sätze, die so alltäglich sind, dass man kaum noch hinhört. Dabei beschreibt er ziemlich genau, was im Körper passiert. Zwischen Darm und Gehirn verläuft eine der aktivsten Verbindungen, die wir haben.
Eine Leitung, die in beide Richtungen läuft
Der Darm ist von einem eigenen Nervengeflecht durchzogen, das so dicht ist, dass man es gelegentlich als zweites Gehirn bezeichnet. Über den Vagusnerv steht es in ständigem Austausch mit dem Kopf. Entscheidend dabei: Die Leitung ist keine Einbahnstraße. Anspannung im Kopf erreicht den Bauch — und ein gereizter Darm meldet sich ebenso nach oben.
Das erklärt, warum sich Beschwerden so häufig gemeinsam zeigen. Wer über Monate unter Blähungen, wechselndem Stuhlgang oder einem Druckgefühl leidet, ist irgendwann auch erschöpft und dünnhäutig. Und wer unter dauerhafter Anspannung steht, bemerkt oft zuerst am Bauch, dass etwas nicht stimmt.
Das Mikrobiom mischt mit
Im Darm leben Billionen von Bakterien. Ihre Zusammensetzung ist bei jedem Menschen anders und verändert sich mit dem, was wir essen, mit Medikamenten, mit Stress. Ein großer Teil unseres Immunsystems sitzt in unmittelbarer Nachbarschaft dazu.
Gerät diese Gemeinschaft aus dem Gleichgewicht — man spricht von einer Dysbalance — kann das viele Formen annehmen. Manche Menschen reagieren mit Verdauungsbeschwerden, andere mit wiederkehrenden Infekten, wieder andere vor allem mit Müdigkeit.
Was dem einen guttut, kann für den anderen genau verkehrt sein. Deshalb beginnt jede Ernährungsberatung bei mir mit Zuhören, nicht mit einem Plan.
Wie ich vorgehe
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: Wie sieht Ihr Alltag aus, was essen Sie tatsächlich, wann treten Beschwerden auf, was ist in den letzten Jahren passiert? Erst danach schaue ich, welche Untersuchung sinnvoll ist.
- Eine Stuhluntersuchung zeigt, ob im Mikrobiom eine Dysbalance vorliegt.
- Eine Blutuntersuchung kann Unverträglichkeiten sichtbar machen, die im Alltag nicht auffallen, den Körper aber jedes Mal belasten.
- Die Irisdiagnose liefert ergänzende Hinweise auf Schwachstellen.
Aus den Ergebnissen entsteht ein Vorschlag — kein Programm von der Stange, sondern etwas, das zu Ihrem Alltag passt. Denn ein Ernährungsplan, den niemand durchhält, hilft niemandem.
Was Sie zeitlich einplanen sollten
Der Darm braucht Zeit. Bei Beschwerden, die eine Darmsanierung erfordern, sollte man mit mindestens einem halben Jahr rechnen. Die gute Nachricht: In dieser Zeit müssen Sie nur selten persönlich in die Praxis kommen. Fragen und auftretende Unsicherheiten lassen sich meist telefonisch oder per E-Mail klären.
Wann Sie zuerst zum Arzt sollten
Manche Symptome gehören zuerst ärztlich abgeklärt: Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, anhaltendes Fieber, starke oder plötzlich einsetzende Schmerzen. Als ursprünglich schulmedizinisch ausgebildete Tierärztin ist mir eine gute fachärztliche Diagnose wichtig — sie gehört für mich zu einer ganzheitlichen Sichtweise dazu und steht nicht im Widerspruch dazu.