Wenn ich im Erstgespräch erwähne, dass ich mir die Iris anschaue, ernte ich manchmal einen fragenden Blick. Verständlich. Also der Reihe nach.
Was überhaupt betrachtet wird
Die Iris besteht zu einem großen Teil aus Bindegewebe. Dessen Struktur ist bei jedem Menschen anders — so individuell, dass sie sich zur Identifikation eignet. In der Iridologie geht man davon aus, dass sich in dieser Struktur Organsysteme und Körperregionen abbilden, ähnlich wie bei den Fuß- oder Handreflexzonen.
Sichtbar werden dabei vor allem Hinweise auf vererbte und erworbene Schwächen sowie auf Reizungen — also auf Bereiche, die möglicherweise ursächlich an Beschwerden beteiligt sind.
Wie die Untersuchung abläuft
Sie ist unkompliziert und völlig schmerzfrei. Verwendet wird ein spezielles Mikroskop: Auf der einen Seite schauen Sie hindurch, auf der anderen ich. Ich gehe die Besonderheiten beider Augen nacheinander durch. Anschließend besprechen wir in Ruhe, was ich gesehen habe und was daraus folgen könnte.
Zeitlich ist die Irisdiagnose Teil der Erstuntersuchung. Sie lässt sich auch einzeln hinzubuchen, etwa ergänzend zu einer Ernährungsberatung.
Und jetzt die Grenzen
Das ist mir der wichtigste Abschnitt. Die Irisdiagnose stellt keine Diagnose im schulmedizinischen Sinn. Sie sagt Ihnen nicht, ob Sie eine bestimmte Erkrankung haben. Sie ersetzt kein Labor, kein Ultraschall, keine fachärztliche Abklärung.
Was sie kann: Hinweise geben. Richtungen aufzeigen. Fragen aufwerfen, die ich sonst möglicherweise nicht gestellt hätte. In Kombination mit dem ausführlichen Gespräch, der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls Labordiagnostik ergibt sich daraus ein Bild.
Das ausführliche Gespräch mit Ihnen bleibt mein wichtigstes Werkzeug. Die Irisdiagnose ergänzt es — sie ersetzt es nicht.
Was die Wissenschaft dazu sagt
Ehrlich gesagt: Die Iridologie ist wissenschaftlich nicht als diagnostisches Verfahren anerkannt, und kontrollierte Studien konnten ihre Treffsicherheit bislang nicht bestätigen. Sie gehört zur Erfahrungsmedizin. Ich halte es für richtig, das offen zu sagen, statt es zu verschweigen.
Ich arbeite mit ihr, weil sie mir im Zusammenspiel mit allem anderen hilft, genauer hinzuschauen. Wenn Sie damit nichts anfangen können, lässt sich Ihre Behandlung ohne Weiteres auch ohne sie gestalten.